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40 Jahre Settelen und Toyota

Die Anfänge

Zwischen 1920 und 1922 widmete sich Settelen ein erstes Mal dem Autohandel. Doch mit der amerikanischen Marke Chandler hatte man keinen Erfolg. Der Vorführwagen wurde 1922 für den ersten Autocar in Zahlung gegeben.
1949 nahm Settelen einen zweiten Anlauf: Mit der Regionalvertretung der weltbekannten Checker Taxi Cabs sollten auch günstigere Einkäufe für die eigene Taxiflotte möglich sein. Wiederum blieb es nur beim Vorführwagen, da der Importeur die Einfuhrtätigkeit einstellte.
Prospekt des DAF 600 (1959 - 1963)
PROSPEKT DES DAF 600 (1959 - 1963)
Erst mit der Gründung der Settelen Autohandels AG im Jahre 1959 gelang ein erster Durchbruch. Verkauft wurden Borgward (ab 1959), DAF (ab 1960), Triumph und Checker (beide ab 1961). Ende der 1960er Jahre war Borgward vom Markt verschwunden (Konkurs bereits 1961) und der einst revolutionäre DAF nicht mehr modern. Bei Triumph sandte die "Englische Krankheit" ihre ersten Vorboten. Der Neuwagenverkauf brach ein: 1968 hatte Settelen noch 186 Triumph abgeliefert; im zweiten Semester 1970 waren es noch ganze 11 Autos. Verantwortlich waren in erster Linie Lieferschwierigkeiten des Werkes! Und Checker war und blieb ein Nischenprodukt.

Mazda oder Toyota

Wenn Settelen im Autohandel eine gewisse Kontinuität erreichen wollte, brauchte es eine neue zukunftsträchtige Marke. Im Grossraum Basel kamen nur Mazda oder Toyota in Betracht. Beide "Japaner" - von der Autowelt anfänglich als "Reisschüsseln" verunglimpft - zeigten ihre Modelle erstmals zu Beginn der 1960er Jahre am Genfer Salon.
Der Toyopet Crown am Genfer Salon 1963. Er ist eines der ersten Toyota-Modelle, das in der Schweiz zu sehen war.
DER TOYOPET CROWN AM GENFER SALON 1963. ER IST EINES DER ERSTEN TOYOTA-MODELLE, DAS IN DER SCHWEIZ ZU SEHEN WAR.
Bei Mazda hätte Settelen bis 1972 warten oder als Untervertreter arbeiten müssen. Nicht zuletzt deshalb fiel der Entscheid zugunsten von Toyota aus. Dessen Modelle gelangten über den Autoimporteur Emil Frey in die Schweiz. Dieser hatte die Marke auf einer Ferienreise in Afrika kennen gelernt. Darauf reiste er nach Japan, um Verhandlungen zu führen und das Werk kennen zu lernen. Im Januar 1966 fuhr er einen Toyota Corona 1500 von Hamburg nach Zürich. Ende Jahr gründete er die Toyota AG und war ab 1967 Generalimporteur der Automobile und Gabelstapler von Toyota für die Schweiz und Lichtenstein. Das Händlernetz war noch lose, die Aussichten gut. Settelen unterschrieb den ab 1971 laufenden Vertrag mit der Toyota AG am 22. Dezember 1970. Neben Settelen wurde die Rosenthal Garage mit der zweiten Regionalvertretung auf dem Platz Basel betraut. Solche Doppelvertretungen führte der Emil Frey auf allen grossen Plätzen ein. Er erhoffte sich dadurch eine bessere Marktdurchdringung.
Die Anfangszeiten waren turbulent: Die Toyota AG lieferte ihre Autos den Vertretern so ab, wie sie vom Bahnwagen kamen. Deren Bereitstellung löste bei Settelen enorme zusätzliche Umtriebe aus. Zumal die Carina-, Celica-, Corolla-, Corona- und Crown-Modelle unglaublich gefragt waren. Schon im ersten Jahr verkaufte Settelen 222 Toyotas und insgesamt über 400 Autos. Im Vorjahr waren es noch deutlich weniger als die Hälfte. Die Fahrzeuge von Toyota waren von der Technik her nicht besonders fortschrittlich. Die Karosserieformen entsprachen mehr dem amerikanischen Geschmack als dem europäischen. Qualitativ waren sie den Europäern aber mindestens ebenbürtig, meist sogar deutlich überlegen. Preislich lagen sie am unteren Ende der vergleichbaren Konkurrenzprodukte, was den Verkauf ankurbelte.

Gemeinsam mit Rosenthal

Der Toyota Corona 1500: Mit diesem Modell begann der Aufschwung von Toyota in der Schweiz.
DER TOYOTA CORONA 1500: MIT DIESEM MODELL BEGANN DER AUFSCHWUNG VON TOYOTA IN DER SCHWEIZ.
Obwohl ein stetig steigender Yen-Kurs und die Erdölkrise dafür sorgten, dass sich die Verhältnisse normalisierten, war die gute und intensive Zusammenarbeit zwischen Settelen und der Rosenthal Garage ein wichtiger Schlüssel für den andauernden Erfolg in der Region Basel. Sie bewirtschafteten schon bald gemeinsam die Neuwagenlager. Lagerplätze und sogar die Neuwagenbereitstellung betrieben sie zusammen. Als ausserordentlich schwierig erwies sich die Suche nach einer angemessenen Lagerfläche. Denn das Lager konnte auf bis zu 200 Neuwagen anwachsen. Einmal war es auf einer Baubrache beim Rankhof, dann auf einem Areal unter der Singerbücke (Autobahnzubringer), später in einem Gebiet hinter der WARO in Oberwil. Erst die Anmietung der Einstellhalle Lindenpark in Allschwil (1974 - 1999) löste dieses Problem langfristig.
Ebenfalls gemeinsam, unter Einschluss aller Untervertreter, wurde jeweils im Frühjahr an der Muba (heute: Messe Schweiz) die Toyota-Frühjahrsaustellung durchgeführt. Der Verkaufserfolg dieser viertägigen Verkaufsausstellungen war erstaunlich. Zwischen 100 und 200 Neuwagen wurden jeweils verkauft. Eine Gemeinschaftskasse der regionalen Toyota-Vertreter, die mit einem Beitrag pro Neuwagen finanziert wurde, bezahlte diese Ausstellungen und die ganze Toyota-Werbung auf dem Platz Basel.
An der Toyota-Frühjahrsausstellung 1981 gab es einen neuen Toyota Cressida 2000 zu gewinnen. An der Übergabefeier dabei auch Carl Storz (3. v. r.) und Peter Settelen (ganz rechts).
AN DER TOYOTA-FRÜHJAHRSAUSSTELLUNG 1981 GAB ES EINEN NEUEN TOYOTA CRESSIDA 2000 ZU GEWINNEN. AN DER ÜBERGABEFEIER DABEI AUCH CARL STORZ (3. V. R.) UND PETER SETTELEN (GANZ RECHTS).
Massgeblichen Anteil an dieser langjährigen engen Zusammenarbeit hatten Peter Settelen und Carl Storz senior. Letzterer war CEO und 50%- Teilhaber an der Rosenthal Garage. 1993 übergab er die Firma seinem Sohn Carl junior. Dieser verstarb aber völlig unerwartet im März 1995. Die Besitzer, Carl Stortz senior und Matthias Eckenstein, verkauften die Firma im gleichen Jahr. Dies war auch das Ende der Toyota-Frühjahrsaustellung. Denn ab 1997 beteiligten sich die Basler Toyotavertreter an der Mobibâle. Die Verkaufszahlen ereichten nie mehr diejenigen der eigenen Ausstellung.

Challenge 2000

Unter dem Titel "Challenge 2000" erfuhr das Schweizer Toyota-Händlernetz eine radikale Ausdünnung. Per 1. Juli 2000 wurden die schweizweit gegen 100 A-Vertreter und über 300 B-Vertreter auf 55 Toyota Center reduziert, denen vorerst noch 300 Lokalvertreter angeschlossen waren. Die beiden Toyota Center von Auto-Dreispitz (Emil Frey Gruppe) und Settelen sind seither für das Stadtgebiet, die Gemeinden Allschwil und Schönenbuch sowie das Leimental zuständig. Die Rosenthal Garage wurde zu einem Untervertreter. Als Filialbetrieb der Auto-Dreispitz wurde sie noch bis Ende 2006 weitergeführt und dann ersatzlos liquidiert.
So sah der Toyota Prius I (1998 - 2003) aus. Er war weltweit das erste Grossserien-Automodell mit eingebautem Hybridmotor.
SO SAH DER TOYOTA PRIUS I (1998 - 2003) AUS. ER WAR WELTWEIT DAS ERSTE GROSSSERIEN-AUTOMODELL MIT EINGEBAUTEM HYBRIDMOTOR.
Trotz Erdölkrise und Umstrukturierungen hat sich Toyota eine Spitzenposition auf dem verwöhnten Schweizer Markt sichern können. Immer wieder brachte das japanische Werk fast revolutionäre Autos auf den Markt. So etwa 1998 den Toyota Prius 1500 Hybrid. Es war das weltweit erste in Grossserie hergestellte Hybridauto. Emil Frey importierte seit 1967 gegen 850 000 Toyotas in die Schweiz. Settelen brachte die japanische Marke eine zuvor nicht gekannte Kontinuität. In unterdessen 40 Jahren konnten über 12 500 Neuwagen verkauft werden - am meisten 1988 (541 Stück). In letzter Zeit nahm der Ruf der Marke aufgrund scheinbar klemmender Gaspedale Schaden - obwohl eine amerikanische Regierungsstudie Toyota jüngst entlastete. Die Verkäufe litten. Aber das japanische Unternehmen ist derart innovativ, dass es auch diese Klippe meistern wird.
© Settelen Perseenlig, Frühling 2011






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