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Settelen Selbstfahrwagen

Settelen vermietete ab 1892 Pferdegespanne ohne Kutscher an Ärzte und Geschäftsleute. Im Settelen-Archiv findet sich kein Hinweis, warum später diese Tätigkeit nicht mit Mietautos fortgesetzt wurde.
Mitte der 50er Jahre gab es in Basel ein halbes Dutzend Klein- und Kleinstbetriebe, die meist ältere und pannenanfällige Autos vermieteten. Häufig waren die Vertragsverhältnisse unklar und Kunden liefen Gefahr, mit erheblichen Nachforderungen konfrontiert zu werden. Logischerweise war der Ruf der Basler Autovermieter nicht der Beste.
1956 richteten die Swissair und die BEA (British European Airlines) an Settelen den Wunsch, er möge doch einen Mietwagenbetrieb eröffnen, der internationalen Ansprüchen genüge. Der Verwaltungsrat nahm vorerst eine ablehnende Haltung ein. Er überschätzte aufgrund der aktuellen Basler Szene das Unfall-, Veruntreuungs- und Reparaturrisko. Zum Meinungsumschwung bedurfte es der Überzeugungsarbeit der dritten Settelen-Generation, die eben aus Uebersee in die Firma zurückgekehrt war.
 
Am 30. März 1957 eröffnete Settelen unter dem Logo "Settelen Selbstfahrwagen - zuverlässig und bequem" die Abteilung "Selbstfahrwagen-Station Basel" mit fünf VW de Luxe (Käfer), 2 Opel Rekord und 2 Opel Kapitän, allesamt Neuwagen! Preise und Mietbedingungen waren klar geregelt: Inbegriffen waren eine Haftpflicht- und eine Vollkaskoversicherung mit einem Selbstbehalt von Fr. 100.-, resp. Fr. 300.-. Reparaturen, Oel, Pneus und Pannenhilfe waren im Preis inbegriffen. Ein VW de Luxe kostete damals Fr. 30.- pro Tag inkl. 100 km, pro Mehrkilometer wurden 20 Rappen berechnet. Dank einem europaweiten Vertreternetz von 70 Korrespondenten waren "oneway rentals" möglich.Tarif- und Vertragstransparenz dürften dazu geführt haben, dass bereits im Gründungsjahr die Erwartungen weit übertroffen wurden. Zwar konnte man die Aufträge, die Swissair und BEA vermittelten, an zwei Händen abzählen. Hingegen bildete sich rasch eine lokale, vornehmlich private Kundschaft, die Autos für Ausflüge, Ferienreisen oder Familienanlässe mietete - sorgfältige Fahrer, welche vermutlich bis anhin die als wenig seriös geltende Branche gemieden hatten. Firmen brauchten etwas länger, um die Vorteile der Settelen-Mietwagen zu erkennen. Ein Aufsteller war es, als die Firma Thomi & Franck sechs VW's einmietete, um den neuen INKA-Kaffee zu lancieren. Das grösste Problem war die Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge, denn die Lieferzeit für VW- und Opel-Neuwagen betrug 3 Monate. Im Juli hatte Settelen bereits 15 Wagen im Einsatz und war damit Basler Marktleader. Die bisherigen Vermieter blieben nicht untätig: Sie gründeten einen Verband, passten ihre Verträge und Tarife dem Marktführer an und führten eine vehemente Werbekampagne - überlebt hat schliesslich nur ein einziger!
 
In den folgenden Jahren entwickelte sich das Geschäft dank der ansteigenden ausländischen Nachfrage. Von 1959 bis 1961 organisierte die Swan's Tours Charterzüge von London nach Italien.
Dabei konnten Einzelpersonen in Basel aussteigen, um ihre Ferienreise mit anderen Reisenden, die sie häufig noch nie gesehen hatten, in einem Settelen-Mietwagen nach einem vorgeschriebenen Programm fortzusetzen. Diese Entwicklung blieb nicht unbemerkt. Avis und Hertz errichteten 1962/63 eigene Filialen in Basel, die Mietwagen-Umsätze bei Settelen brachen massiv ein. Zum Füllen der entstandenen Lücke tat man zwei Sachen: Als erster auf dem Platz vermiete Settelen mit steigendem Erfolg Nutzfahrzeuge. Und für das internationale Geschäft suchte man die Zusammenarbeit mit kleineren, weltweit tätigen Autovermietern, wobei Settelen letztlich immer den Kürzeren zog. Denn entweder gingen die Partner in Zusammenschlüssen unter oder sie eröffneten, falls sie den Verdrängungswettbewerb überstanden, eigene Filialen sobald ihnen der von Settelen geschaffene Markt- anteil in Basel gross genug erschien. Am 1. Juni 1991 zog sich Settelen endgültig aus dem internationalen Geschäft zurück und schloss seinen Schalter auf dem Flughafen Basel-Mulhouse. Man hatte es satt, sich selbst immer wieder neue Konkurrenten im lokalen Markt zu schaffen. Settelen besann sich auf seine be- sonderen Stärken, die noch heute keiner der internationalen Filialbetriebe in diesem Umfang vorzeigen kann. Die zentrale Lage, die perfekte technische Infrastruktur und die Tatsache, dass Nutzfahrzeuge und Personenwagen am gleichen Ort garagiert sind, ersparen dem Kunden lange Wege und garantieren ihm in jedem Fall bei Mietantritt ein bestgepflegtes, voll auf- getanktes und gereinigtes Fahrzeug. Es verwundert deshalb nicht, das Settelen seit 1957 im lokalen Mietwagengeschäft unangefochten die Nr. 1 in Basel ist.
 
© Settelen Perseenlig, Herbst 1998






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